Die Nikon F100

Es heißt, die Nikon F100 sei die zweitbeste, je gebaute Analogkamera. Das Stimmt!
Sie kam im Frühjahr 1999 auf den deutschen Markt und machte der F5 aus eigenem Hause massive Konkurrenz. Es fehlten nur wenig Features, die den Unterschied zur F5 ausmachten, wie den Wechselsucher, die Spiegelvorauslösung (die habe ich auch bei den Kameras, die diese Funktion anbieten, nur ganz, ganz selten genutzt), Color-Belichtungsmesser und sie schoß  3,5 Fotos weniger in der Sekunde, als das Profimodell. Also überschaubar.
Ich habe die Grundeinstellungen nur einmal auf meine Bedürfnisse eingestellt. Beim Belichtungsmesser z.B. die Anzeige getauscht, Blende und Zeit auf das jeweils andere Rädchen gelegt , Durchlauf des Fokusmesspunktes u.s.w. Danach bin ich kaum wieder ins Menü gegangen (die einzelnen Einstellungen sind nicht wie bei modernen Kameras Display gesteuert, sondern dem Handbuch zu entnehmen). Man  kann dann im weiteren F100-Leben während der Fotografierens alle aktuellen Bedürfdigkeiten mit Knöpfchen und Hebelchen, und somit blind, anpassen.
Nach jeden Shot, schaue ich aufs Display und merke, dass die F100 ja keines hat. Das Gehäuse besteht aus einer Magnesiumlegierung. Sie fühlt sich massiv und wertig an und liegt sagenhaft gut in der Hand.
Allerdings, und hier liegt für mich das ganz große, persönliche Manko: Es fühlt sich nicht mehr an wie analoges Fotografieren, wie ich es mir (ganz persönlich) wünsche. Die zweifellos zweitbeste Analogkamera, die je gebaut wurde, ist wie eine Digitale. Hervorragende Automatiken, super robuster und schneller „Stangenfokus“ (sie knallt den Fokus geradezu rein), AF-Dynamik, modernes Lichtmangement, Matrix, Mittenbetont und Punktmessungen. Sie ist genau so gut wie eine moderne Digitale, nur dass man länger auf die Ergebnisse warten muss.
Sie diente der ersten digitalen Nikon, der D1, als Vorbild.
Deswegen greife ich, inzwischen immer mehr, viel lieber zur Nikon FE.

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